Soo flauschig! - Nachwuchs bei den Pinguinen


Im Gehege der Brillenpinguine des Straubinger Tiergartens gibt es Nachwuchs! Drei Pinguinküken haben im vergangenen September/Oktober jeweils im Abstand von etwa zwei Wochen das Licht der Welt erblickt.

Etwa 40 Tage lang sitzen die Eltern in der gemauerten oder selbstgegrabenen Bruthöhle auf dem Ei, bevor das etwa handgroße Küken schlüpft. Es hat ein dichtes, graubraunes Daunenkleid und wird liebevoll von beiden Eltern umsorgt und mit vorverdautem Fisch gefüttert. Im Alter von etwa acht Wochen ist es schon fast so groß wie seine Eltern und verliert das graubraune Daunengefieder. Darunter erscheint schon das glatte, glänzende Federkleid eines richtigen Pinguins. Bis zu einem Alter von zwei Jahren kann man die Kleinen noch gut erkennen: Sie sind eher grau und besitzen noch nicht die typische, klar abgegrenzte schwarzweiße Zeichnung der erwachsenen Tiere. Nur auf dem Bauch erscheint schon das ganz individuelle Punktemuster, das sich im Laufe ihres Lebens nicht mehr groß verändern wird und an dem man alle Brillenpinguine klar voneinander unterscheiden kann.
Um sie daran zu gewöhnen, dass sie nicht mehr von den Eltern, sondern von einem Tierpfleger gefüttert werden, werden sie im Alter von etwa zwei Monaten zusammen mit einem erwachsenen Pinguin für eine Weile im Innenraum des Pinguingeheges gehalten. Dort lernen sie am Beispiel des Alttieres das Fressen aus der menschlichen Hand. Durch die Fütterung per Hand können die Tierpfleger besser kontrollieren, welcher Pinguin wie viel Fisch frisst. Sie sorgen so auch dafür, dass Zusatzstoffe wie Vitamine mit aufgenommen werden und können es besser beobachten, wenn sich einer aus der der Gruppe unnatürlich verhält.
Auch das EEP, das Europäische Ex situ Programm, interessiert sich für die Brillenpinguine. Die Zuchtbuchkoordinatorin in den Niederlanden notiert genau, wo in Europa von welchen Eltern Nachwuchs ausgebrütet wurde, welches Geschlecht das Jungtier hat und welche besonderen Kennzeichen es trägt. Vielleicht findet sie in der Zukunft einen passenden Partner und einen neuen Zoo, wo die drei Straubinger Jungtiere in Zukunft leben werden.
Brillenpinguine leben wild an den Küsten Südafrikas. Berühmt ist die Kolonie „Boulders Beach“ bei Kapstadt, am Südzipfel des afrikanischen Kontinents. Da es dort im Dezember sehr heiß werden kann, brüten die Brillenpinguine in unter Steinen oder im Sand selbst gegrabenen Löchern, wo die Eier vor der afrikanischen Sommerhitze geschützt sind. Eine Pinguinauffangstation kümmert sich vor Ort um verletzte oder verwaiste Jungtiere. Aufgrund der Überfischung und Verschmutzung der Weltmeere sowie der Verbauung von Küstenabschnitten schrumpft der weltweite Brillenpinguinbestand rapide. Nur 2% der ursprünglichen Pinguinpopulation sind noch übrig, Grund genug, die Zucht und den Schutz der Brillenpinguine ernst zu nehmen.

 

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